Aufsichtsbehörden: WhatsApp hat in Schulen nichts zu suchen

Die Aufsichtsbehörden zahlreicher Bundesländer haben sich schon mehrfach zum Thema WhatsApp in Schulen geäußert. So sagte der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz schon im Mai 2017:

„Sofern eine Lehrkraft es als notwendig erachtet, über Messenger mit Eltern, Schülerinnen und Schülern zu kommunizieren, kommen nur europäische Anbieter, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten, in Betracht (z. B. Pidgin/OTR, Signal 2.0, SIMSme, Chiffry oder Threema).“

Nun hat eine thüringische Grundschule erneut für Aufsehen gesorgt. Die Eltern der Schüler wurden dazu aufgerufen, den Messenger-Dienst zu nutzen, da die Elternsprecherversammlung die Kommunikation der Eltern untereinander hierdurch vereinfachen wollte. Es gab keine Erklärungen oder Hinweise bezüglich der rechtlichen Folgen und der Hintergründe der Nutzung. Einige Eltern sahen in der Nutzung von WhatsApp allerdings datenschutzrechtliche Probleme und wandten sich mit der Bitte um Überprüfung an die zuständigen Aufsichtsbehörden.

Auch die thüringische Aufsichtsbehörde sprach sich deutlich gegen die Verwendung des Messenger-Dienstes an Schulen aus. Denn ihrer Auffassung nach hätten gerade nicht nur Beschäftigte der Schule, sondern auch Eltern, die schulische Aufgaben wahrnehmen, die Datenschutzgesetze zu beachten.

Folge des Ganzen war, dass auf einer außerordentlichen Elternversammlung ein neuer Elternbeirat gewählt werden musste. Die Kommunikation der Eltern solle vielmehr datenschutzkonform stattfinden, ohne WhatsApp.

Quelle:
DatenschutzbeauftragterINFO – Beitrag von Thomas Roeske vom 19.02.2018

Kommentare sind geschlossen.